
Ausbildungskonzeption
Leitgedanke und Regelunterrichtszeit
Die Ausbildung an unserer Schule dauert sechs Semester
und basiert auf der derzeit geltenden gesetzlichen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung
für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten aus dem Jahr 1999 (inkl. der
Änderung aus dem Jahr 2005).
Ein Leitgedanke der Ausbildungskonzeption ist die enge Verbindung von theoretischen
und praktischen Ausbildungsinhalten, die in größtmöglicher zeitlicher
Nähe vermittelt werden. Damit können wir unseren Auszubildenden eine
optimale Verknüpfung von Theorie und Praxis bieten. Regelunterricht in
der theoretischen Ausbildung findet montags bis donnerstags von 9:00 Uhr bis
16:15 Uhr, freitags bis 14:30 Uhr statt.
Samstagsunterrichte sind in der Regel nicht vorgesehen. Die Arbeitszeiten in
fachpraktischen Ausbildungsabschnitten richten sich nach den Arbeitszeiten unserer
Partnereinrichtungen. Änderungen dieser Unterrichtszeiten behalten wir
uns in begründeten Ausnahmefällen vor. Die Ausbildungsfreie Zeit richtet
sich nach den Ausbildungsabläufen unserer Schule und sieht im wesentlichen
je eine ein- bis zweiwöchige unterrichtsfreie Zeit um Ostern und Weihnachten,
eine einwöchige Herbst- sowie eine dreiwöchige Sommerpause sowie mehrere
verlängerte Wochenenden im Frühjahr und Herbst vor.
Ablauf der sechs Ausbildungssemester:
- Im ersten Semester werden die allgemeinen Grundlagen für die weitere
Ausbildung gelegt.
- Im zweiten und vierten Semester werden die speziellen Grundlagen in Theorie
und Praxis für
das nachfolgende fachpraktische Semester vermittelt.
- Das letzte Semester dient der Zusammenführung der Unterrichtsinhalte,
deren Vertiefung und
der Vorbereitung auf die Staatsexamensprüfung.
Theoretisch-medizinischer
bzw. grundlagenvermittelnder Unterricht:
Folgender medizinischer Unterricht findet statt:
- BAP (Biologie, Anatomie, Physiologie)
- Gesundheitslehre und Hygiene
- Allgemeine Krankheitslehre
- Spezielle Krankheitslehre. Hier findet Unterricht in verschiedenen medizinischen
Fächern statt. Dieser beinhaltet diagnostische, therapeutische, präventive
und rehabilitative Maßnahmen sowie psychosoziale Aspekte in den Fachdisziplinen
- Innere Medizin, Geriatrie und Onkologie
- Orthopädie, Rheumatologie und Chirurgie/ Traumatologie
- Neurologie einschließlich der neuropsychologischen Störungen
- Pädiatrie und Neuropädiatrie
- Psychiatrie, Gerontopsychiatrie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie
- Arbeitsmedizin
- Arzneimittellehre
Weiterer Unterricht:
- Berufskunde
- Staatsbürger- und Gesetzeskunde
- Sozialwissenschaften (Grundlagen der Psychologie, Pädagogik und Soziologie)
- Gerontologie
- Medizinsoziologie
- Behindertenpädagogik
- Grundlagen der Rehhabilitation
- Fachsprache
Fachpraktische Ausbildungsabschnitte
bzw. dazugehöriger vorbereitender theoretischer Unterricht:
Die vier fachpraktischen Ausbildungsabschnitte (Ausbildung
am Patienten) finden in den Fachbereichen der Psychiatrie, der Arbeitstherapie,
der motorisch-funktionellen Ergotherapie sowie der Pädiatrie statt. Diese
vier Abschnitte können überwiegend nicht in der Klinik und dem Rahabilitationszentrum
durchgeführt werden, sondern werden in mit uns kooperierenden Partnereinrichtungen
durchgeführt. Zur Vor- und Nachbereitung und der Begleitung der fachpraktischen
Ausbildung findet eine berufsbezogene Eigen- und Gruppenerfahrung durch einen
externen Psychologen statt. Darüber hinaus wird jeder fachpraktische Ausbildungsabschnitt
durch mind. zwei Besuche des zuständigen Dozenten sowie durch zwei Unterrichtstage
in der Schule unterstützt.
Zur Vorbereitung dieser Ausbildungsabschnitte
findet Unterricht in folgenden Fächern statt:
Grundlagen des ergotherapeutischen Handelns und Verhaltens
(Grundlagen der Ergotherapie)
Unterricht über den Einsatz von ergotherapeutischen Mitteln, die der Verbesserung
der Handlungsfähigkeit des Patienten dienen. Dies beinhaltet zum einen
die Vermittlung von konstruktiv-strukturierenden sowie schöpferisch-gestalterischen
Handwerkstechniken mit verschiedensten Materialien. Zum anderen wird hier therapeutisch
nutzbares Spiel, Hilfsmittelbau und –Adaptation, Schienenbau und technische
Mittel unterrichtet.
- Arbeitstherapeutische Behandlungsverfahren
- Psychosoziale Behandlungsverfahren
- Motorisch-funktionelle Behandlungsverfahren
- Neurophysiologische Behandlungsverfahren
- Neuropsychologische Behandlungsverfahren
Ausbildungsabschluss
Im sechsten Semester der Ausbildung findet das Staatsexamen
statt. Es besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen, sowie einem
fachpraktischen Prüfungsteil. Diese drei Prüfungsteile sind ihrerseits
nochmals in Teilprüfungen unterteilt. Zur Vorbereitung auf diese diversen
Prüfungen werden alle staatsexamenrelevanten Ausbildungsinhalte schon im
Verlauf der Ausbildung schriftlich, mündlich oder fachpraktisch überprüft.
Nach Beendigung der Ausbildung und erfolgreicher Abschlussprüfung lautet
die Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannte/r Ergotherapeut/in“
und wird von unserer schulaufsichtsführenden Behörde, dem Regierungspräsidium
in Darmstadt beurkundet.